Springe zum Hauptinhalt

Management und Wirtschaft

Aktuelle Studien, Umfragen und Erhebungen im Oktober 2026

86 % der deutschen CEOs im KPMG Outlook erwarten Wachstum. Im Deloitte CFO Survey können erst 17 % einen messbaren KI-Wertbeitrag feststellen. Die Oktober-Studien zeigen Chancen und Umsetzungslücken bei KI, Finanzierung und Fachkräften.

Studienunterlagen, stilisierte Diagramme und vernetzter Globus als Symbol für Forschung zu Management und Wirtschaft.

Veröffentlicht am 29.10.2026

ESV-Akademie

Management & Wirtschaft, Risk & Compliance

Wachstum, KI-Nutzen und Fachkräfte: Die Oktober-Befunde

Die im Oktober veröffentlichten Untersuchungen beleuchten Geschäftsklima, Warenhandel und die wirtschaftliche Lage des Mittelstands. Weitere Ergebnisse betreffen Wachstumserwartungen großer Unternehmen, digitale Abhängigkeiten, KI in der Produktentwicklung und im Rechnungswesen sowie den Zugang zu Fachkräften. Die Befunde unterscheiden sich nach untersuchter Zielgruppe und Datengrundlage; Erwartungen und bereits beobachtete Entwicklungen bleiben getrennt.

ifo: Bessere Erwartungen heben den Geschäftsklimaindex

Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf 90,2 Punkte, nach 89,9 Punkten im September. Ausschlaggebend waren zuversichtlichere Erwartungen. Die aktuelle Geschäftslage bewerteten die Unternehmen insgesamt etwas schlechter.

Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserten sich sowohl die Lageeinschätzung als auch die Erwartungen deutlich. Die Unternehmen meldeten mehr Neuaufträge und planten, ihre Produktion auszuweiten. Im Dienstleistungssektor trübte sich das Geschäftsklima dagegen ein: Die laufenden Geschäfte wurden schlechter, die Aussichten besser beurteilt. Im Handel blieb der Indikator unverändert, während er im Bauhauptgewerbe stieg. Grundlage sind die monatlichen ifo Konjunkturumfragen. Die Ergebnisse geben Einschätzungen und Planungen der Unternehmen wieder; aus ihnen folgt noch kein entsprechender Anstieg von Produktion oder Beschäftigung.

ifo Institut, „ifo Geschäftsklimaindex gestiegen (Oktober 2026)“, Ergebnisveröffentlichung vom 26.10.2026

Containerumschlag steigt, Sonderfaktoren begrenzen die Aussagekraft

Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index stieg im September von revidiert 142,4 auf 146,8 Indexpunkte. Besonders kräftig nahm der Umschlag in chinesischen Häfen zu. Der Nordrange-Index für wichtige Häfen des nördlichen Euroraums legte von revidiert 123,9 auf 124,5 Punkte zu. Veröffentlicht wurden diese Ergebnisse am 30. Oktober.

RWI und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik berechnen den Indikator gemeinsam. In ihn fließen Daten von 90 internationalen Häfen ein, die rund 64 Prozent des weltweiten Containerumschlags abdecken. Die aktuelle Schnellschätzung erfasst zunächst 66 Prozent des im Index enthaltenen Umschlags. Vorzieheffekte vor den chinesischen Oktoberfeiertagen könnten den Anstieg verstärkt haben. Der Indikator ist ein Hinweis auf Warenhandelsaktivität; die Indexstände sind keine prozentualen Wachstumsraten.

RWI/ISL, Containerumschlag-Index für September 2026, veröffentlicht am 30.10.2026

Mittelstand: Reale Umsatzschwäche trotz verbesserter Ertragslage

Die mittelständischen Gesamtumsätze stiegen 2025 nominal um 1,6 Prozent, gingen preisbereinigt jedoch um 1,5 Prozent zurück. Das zeigt das am 22. Oktober veröffentlichte KfW-Mittelstandspanel 2026. Zugleich verbesserte sich die durchschnittliche Umsatzrendite vor Steuern auf 7,5 Prozent. Die Untersuchung beschreibt eine insgesamt robuste finanzielle Ausgangslage, aber weiterhin verhaltene Investitionen.

Die Hauptbefragung lief vom 16. Februar bis 10. Juli 2026 und umfasst 10.773 Unternehmen. Sie liefert insbesondere Angaben zum Geschäftsjahr 2025. Eine zusätzliche Befragung Anfang September mit 2.051 Antworten erfasst die aktuelle Lage. Die Grundgesamtheit bilden private Unternehmen in Deutschland mit höchstens 500 Millionen Euro Jahresumsatz; unter anderem Banken und Non-Profit-Organisationen sind ausgeschlossen. Jahresergebnisse und aktuelle Einschätzungen beziehen sich somit auf unterschiedliche Zeiträume.

KfW Research, „KfW-Mittelstandspanel 2026“, veröffentlicht am 22.10.2026

KPMG: Deutsche CEOs erwarten häufiger Wachstum im eigenen Unternehmen

86 Prozent der im KPMG CEO Outlook befragten deutschen CEOs erwarten für die kommenden drei Jahre Wachstum ihres Unternehmens. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 77 Prozent stufen KI als besonders wichtiges Investitionsziel ein; 90 Prozent ziehen Übernahmen in den nächsten drei Jahren in Betracht.

Die am 20. Oktober vorgestellte Deutschlandauswertung gehört zur globalen Studienreihe mit 1.400 CEOs, darunter 125 aus Deutschland. Befragt wurde vom 11. August bis 21. September 2026. Erfasst sind Unternehmen mit mehr als 500 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Die Befunde beschreiben deshalb die Sicht großer Unternehmen. Wachstumserwartungen und Übernahmeabsichten belegen weder bereits erzieltes Wachstum noch beschlossene Transaktionen. Die Meldung nutzt die öffentlich veröffentlichten Ergebnisse und Methodenangaben.

KPMG, „CEO Outlook 2026“, Deutschlandauswertung vom 20.10.2026

PwC untersucht Unterschiede in der Transformationsfähigkeit

41 Prozent der untersuchten Unternehmen gehören im neuen „Transformationsindex Deutschland“ von PwC zur Gruppe der „Change-Leader“. Diese verbinden einen vergleichsweise hohen wahrgenommenen Veränderungsdruck mit einer hohen eingeschätzten Transformationsfähigkeit. Weitere 16 Prozent werden als „Change-Responder“ eingeordnet: Sie sehen hohen Druck, verfügen aber über geringere Fähigkeiten.

Die Untersuchung kombiniert eine makroökonomische Analyse mit einer Onlinebefragung von 306 Führungskräften der obersten Leitungsebene deutscher Unternehmen ab 100 Beschäftigten. Erhoben wurde von Mai bis Juni 2026; die Ergebnisse wurden im Oktober vorgestellt. Die Gruppen beruhen auf Einteilungen relativ zu den Durchschnittswerten der Stichprobe. Ihre Bezeichnungen sind eine analytische Klassifikation von PwC und kein unabhängiges Qualitätssiegel. Die Untersuchung erfasst unter anderem Einschätzungen zum eigenen Veränderungserfolg.

PwC, „Transformationsindex Deutschland“, Ergebnisveröffentlichung vom 23.10.2026

PwC, Originalbericht „Transformationsindex Deutschland“

Digitalimporte: Unternehmen sehen erhebliche Abhängigkeiten vom Ausland

96 Prozent der befragten Unternehmen beziehen digitale Technologien oder Dienstleistungen aus dem Ausland. Bei einem vollständigen Ausfall dieser Importe könnten sie ihren Betrieb nach eigener Einschätzung im Durchschnitt noch 16 Monate aufrechterhalten. Das zeigt eine zum Digital-Gipfel veröffentlichte Bitkom-Befragung.

66 Prozent erwarten, dass die Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Digitaltechnologien in den nächsten fünf Jahren weiter steigt. Grundlage ist eine vom Herausgeber als repräsentativ bezeichnete Befragung von 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland. Die Ergebnisse wurden am 19. Oktober veröffentlicht. Die durchschnittlich genannten 16 Monate beschreiben eine hypothetische Selbsteinschätzung unter einem Ausfallszenario. Daraus lässt sich keine tatsächlich geprüfte Überbrückungsfähigkeit einzelner Unternehmen ableiten. Die Aussagen zu künftiger Abhängigkeit sind Erwartungen.

Bitkom, Ergebnisveröffentlichung zur digitalen Souveränität vom 19.10.2026

Automobilentwicklung: KI-Agenten verbreiten sich schneller als klare Steuerungsregeln

33 Prozent der befragten Unternehmen setzen KI-Agenten in der automobilen Produktentwicklung bereits ein, weitere 35 Prozent testen sie in Pilotprojekten. Zugleich haben 45 Prozent noch keine Strategie und keinen Fahrplan für den KI-Einsatz in der Produktentwicklung definiert. Das zeigen die im Oktober veröffentlichten Ergebnisse des Capgemini Research Institute.

Die Befragung vom Juli 2026 umfasst 800 Führungskräfte: 400 aus Automobilherstellern, 160 aus Tier-1-Zulieferern und 240 aus Technologieanbietern in Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum. Ergänzend wurden 24 vertiefende Interviews geführt. Es handelt sich um internationale Branchenbefunde, nicht um eine Deutschlandauswertung. Einsatz, Pilotprojekte und künftige Erwartungen sind getrennt zu betrachten. Ausgewertet wurden die öffentlich verfügbaren Ergebnisse und Methodenangaben; das Gesamt-PDF war technisch nicht abrufbar.

Capgemini Research Institute, Studie zur automobilen Produktentwicklung, Ergebnisveröffentlichung vom 13.10.2026

IAB: Fehlende Anwendungsfälle sind häufigster Grund gegen KI-Nutzung

88 Prozent der untersuchten Betriebe, die KI weder einsetzen noch ihren Einsatz planen, sehen dafür keine passenden Anwendungsmöglichkeiten. Fehlendes Wissen nennen 36 Prozent, fehlende Fachkräfte zur Einführung 34 Prozent. Das zeigt eine im Oktober veröffentlichte Auswertung des IAB-Betriebspanels.

Die Analyse bezieht sich auf die Befragung im zweiten Halbjahr 2025 und betrachtet die Gruppe der Nichtnutzer ohne entsprechende Einsatzpläne. Die Anteile gelten deshalb nicht für sämtliche Betriebe in Deutschland. Unter den weiteren Hindernissen finden sich inkompatible IT-Systeme sowie Sicherheits- und Datenschutzbedenken. Die Angaben beschreiben die betriebliche Einschätzung zum damaligen Befragungszeitpunkt. Dass kein Anwendungsfall gesehen wird, bedeutet nicht, dass objektiv kein technisches Potenzial besteht. Veröffentlicht wurde diese eigenständige Analyse am 20. Oktober.

IAB, Auswertung zur KI-Nichtnutzung vom 20.10.2026

Deloitte: KI-Nutzen und Kosten sind häufig noch nicht transparent

Nur 17 Prozent der im Deloitte CFO Survey befragten Finanzvorstände können bereits einen messbaren Wertbeitrag ihrer KI-Initiativen feststellen. 70 Prozent erwarten einen messbaren Nutzen innerhalb der kommenden zwei Jahre. Die KI-Ausgaben können derzeit 42 Prozent beziffern.

Effizienz und Kostenreduktion stehen für 83 Prozent im Vordergrund ihrer KI-Initiativen. Die Zahlen zeigen den Abstand zwischen bereits gemessenem Nutzen und Erwartungen an künftige Ergebnisse. Befragt wurden mehr als 120 Finanzvorstände deutscher Unternehmen. Die am 29. Oktober veröffentlichten Angaben sind damit keine repräsentative Aussage über sämtliche Unternehmen in Deutschland. Öffentlich zugänglich sind Ergebnisdarstellungen; der vollständige Studienbericht erfordert eine Registrierung. Die dort nicht überprüfbaren Detailergebnisse werden hier nicht als ausgewertete Befunde dargestellt.

Deloitte, „CFO Survey Herbst 2026“, Ergebnisveröffentlichung vom 29.10.2026

Deloitte, ergänzende Ergebnisdarstellung zum CFO Survey

Accounting: Hohe KI-Erwartungen treffen auf geringe Prozessanpassung

60 Prozent der befragten Führungskräfte aus dem Finanz- und Rechnungswesen geben an, regulatorische Anforderungen wegen des Fachkräftemangels nur mit Mühe erfüllen zu können. 55 Prozent sehen die Qualität ihrer Accountingprozesse gefährdet. Das zeigt die PwC-Studie „Managed Accounting & Reporting Services 2026“.

76 Prozent erwarten, dass KI den Fachkräftemangel zumindest teilweise kompensieren kann. Umfassend auf KI ausgerichtet haben ihre Accountingprozesse allerdings erst vier Prozent der untersuchten Unternehmen. Die Erwartungen an Entlastung sind damit von der bisherigen organisatorischen Umsetzung zu unterscheiden. Verian befragte im Auftrag von PwC von Februar bis April 2026 insgesamt 100 Führungskräfte aus privatwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland mit mindestens 500 Beschäftigten. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf kleinere Unternehmen übertragen.

PwC, „Managed Accounting & Reporting Services 2026“, Ergebnisveröffentlichung vom 09.10.2026

PwC, Originalbericht und ergänzende Methodenangaben

EY: Deutsche CEOs sehen Nachholbedarf bei KI-Kompetenzen

53 Prozent der befragten deutschen CEOs stimmen der Aussage zu, dass ihr Unternehmen Kompetenzen nicht schnell genug aufbaut, um mit KI-Innovationen Schritt zu halten und deren Potenzial auszuschöpfen. Das zeigt der im Oktober veröffentlichte CEO Outlook Survey von EY-Parthenon.

Zugleich zählen jeweils 40 Prozent der deutschen Befragten Konjunkturschwäche und Cyberrisiken zu den drei größten Belastungsfaktoren für die kommenden zwölf Monate. Die internationale Befragung umfasst 1.200 CEOs in 21 Ländern, darunter 100 in Deutschland. Die Werte beschreiben wahrgenommene Risiken und die Selbsteinschätzung zum Kompetenzaufbau. Sie sind keine objektive Messung der KI-Leistungsfähigkeit. Die frei veröffentlichte Ergebnisdarstellung bildet die Grundlage dieser Meldung; der vollständige Bericht ist über ein Formular anzufordern.

EY-Parthenon, „CEO Survey Oktober 2026“, Ergebnisveröffentlichung vom 15.10.2026

IT-Quereinstieg ist in vielen Unternehmen bereits etabliert

69 Prozent der befragten Unternehmen mit IT-Stellen beschäftigen Quereinsteiger als IT-Fachkräfte: 31 Prozent häufig, 38 Prozent vereinzelt. 39 Prozent möchten künftig stärker auf diesen Zugang setzen. Für 51 Prozent zählen praktische IT-Kenntnisse mehr als formale Abschlüsse.

Die am 8. Oktober veröffentlichten Ergebnisse stammen aus einer Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland. Der Anteil von 69 Prozent bezieht sich ausdrücklich auf Unternehmen mit IT-Stellen. Er darf nicht auf sämtliche Unternehmen übertragen werden. In Betrieben, die Quereinsteiger beschäftigen, ist bereits vorhandene praktische IT-Erfahrung besonders verbreitet. Die Untersuchung erfasst Einschätzungen und Personalpraxis der Unternehmen; sie belegt keine einheitlichen Einstellungschancen für alle Berufswechsler.

Bitkom, Ergebnisveröffentlichung zum IT-Quereinstieg vom 08.10.2026

Ausländische Auszubildende gewinnen für die Fachkräftesicherung an Gewicht

Rund 255.000 Auszubildende zwischen 15 und unter 35 Jahren hatten 2025 eine ausländische Nationalität. Ihr Anteil an allen Auszubildenden dieser Altersgruppe betrug 16,3 Prozent. Das zeigt eine Ende Oktober veröffentlichte Analyse des IW. Seit dem Tiefpunkt 2004 mit rund 71.000 Personen ist die Zahl ausländischer Auszubildender deutlich gestiegen.

Demgegenüber sank die Zahl deutscher Auszubildender derselben Altersgruppe seit dem Höchststand 2008 um 23 Prozent auf rund 1,3 Millionen im Jahr 2025. Die Zunahme ausländischer Auszubildender hat diesen Rückgang nach Einschätzung des IW spürbar abgefedert, aber nicht vollständig ausgeglichen. Die Untersuchung analysiert historische Ausbildungs- und Arbeitsmarktdaten. Die ausgewiesenen Gruppen unterscheiden sich nach Nationalität; sie dürfen nicht mit der Gesamtheit aller Menschen mit Einwanderungsgeschichte gleichgesetzt werden.

IW, „Ausländische Auszubildende halten Ausbildung auf stabilem Niveau“, Kurzbericht Nr. 77 vom 30.10.2026

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der verlinkten Originalveröffentlichungen erstellt.

Fachnewsletter

Mehr aus Ihrem Fachgebiet

Erhalten Sie aktuelle Meldungen, wichtige Entscheidungen und relevante Entwicklungen regelmäßig direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Information!