Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien legen in allen Sektoren zu
Im ersten Halbjahr 2026 stammten rund 57 Prozent des in Deutschland genutzten Stroms aus erneuerbaren Energien. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Stromerzeugung aus Wind-, Wasser-, Sonnen- und Bioenergie um rund sechs Prozent.
Windenergie und Photovoltaik sind wichtige Säulen der klimafreundlichen Stromerzeugung. (Bild: Adobe Stock / InfiniteFlow)
Veröffentlicht am 02.09.2026
ESV / ESV-Akademie
Erneuerbare Energien legen in allen Verbrauchssektoren zu
Im ersten Halbjahr 2026 stammten rund 57 Prozent des in Deutschland genutzten Stroms aus erneuerbaren Energien. Das zeigen aktuelle Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden rund sechs Prozent mehr Strom aus Wind-, Wasser-, Sonnen- und Bioenergie erzeugt.
Auch im Gebäude- und Verkehrssektor entwickelte sich der Einsatz erneuerbarer Energien positiv. Die Nutzung von Umweltwärme und Geothermie durch Wärmepumpen stieg um 19 Prozent, der Einsatz von Biokraftstoffen und Strom im Verkehrsbereich um 13 Prozent.
UBA-Präsident Dirk Messner bewertet die Entwicklung positiv, weist jedoch darauf hin, dass die Wärme- und Verkehrswende weiter beschleunigt werden müssten. Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen müssten schneller verbreitet und das Stromsystem durch zusätzliche Großbatteriespeicher flexibler werden. Nur wenn in allen Sektoren Fortschritte erzielt würden, könnten die Klimaziele erreicht werden.
Stromerzeugung: Anteil der Erneuerbaren steigt auf 57 Prozent
Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 153 Terawattstunden (TWh) Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Im Vorjahreszeitraum waren es 145 TWh.
Die Windenergie blieb mit einem Anteil von rund 45 Prozent die wichtigste Quelle der erneuerbaren Stromerzeugung. Es folgten Photovoltaik mit 34 Prozent, Biomasse mit 15 Prozent, Wasserkraft mit fünf Prozent und Geothermie mit weniger als einem Prozent.
Die Photovoltaik profitierte erneut von überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung und dem weiteren Ausbau der Anlagenkapazitäten. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund acht Gigawatt (GW) neue Bruttoleistung installiert. Damit dürfte das Ausbauziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von 128 GW installierter Photovoltaik-Leistung bereits im Sommer 2026 erreicht werden.
Bei der Windenergie an Land kamen netto rund zwei GW hinzu. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 waren Windenergieanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von etwa 70 GW installiert. Das EEG-Ziel von 84 GW bis zum Jahresende wird voraussichtlich deutlich verfehlt.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch lag im ersten Halbjahr 2026 bei rund 57 Prozent. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte er 54 Prozent betragen, 2024 ebenfalls 57 Prozent. Eine belastbare Hochrechnung für das Gesamtjahr 2026 ist derzeit nicht möglich, da Stromerzeugung und Stromverbrauch weiterhin wesentlich von der Witterung und teilweise auch von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen.
Wärmepumpen treiben die Entwicklung im Wärmesektor
Die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf rund 121 TWh. Dies entspricht einem Anstieg von insgesamt drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich nahm die mittels Wärmepumpen nutzbar gemachte Umweltwärme sowie die oberflächennahe Geothermie zu. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 stieg dieser Bereich um mehr als 19 Prozent.
Auch die Wärmeerzeugung aus Solarthermie erhöhte sich um drei Prozent. Die Nutzung gasförmiger Biomasse nahm um ein Prozent zu. Knapp zwei Drittel der erneuerbaren Wärmebereitstellung entfielen weiterhin auf feste Biomasse, deren Einsatz ebenfalls um ein Prozent zunahm.
Als wesentlicher Treiber wird die kühlere Witterung im ersten Quartal genannt, die den Heizenergiebedarf erhöhte.
Verkehr verzeichnet stärkstes Wachstum
Im Verkehrssektor wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 27 TWh Energie aus erneuerbaren Quellen eingesetzt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Plus von rund 13 Prozent und zugleich dem höchsten bisher erreichten Halbjahreswert.
Wesentlichen Anteil daran hatte die Erhöhung der Treibhausgasminderungsquote von 10,6 Prozent im Jahr 2025 auf zwölf Prozent im Jahr 2026. Dadurch stieg insbesondere der Absatz von Biodiesel und HVO in Summe um 11,4 Prozent.
Zusätzlich wuchs die Nutzung von erneuerbarem Strom im Straßenverkehr deutlich. Der zunehmende Bestand an Elektrofahrzeugen und der steigende Anteil erneuerbarer Energien im Strommix führten dazu, dass die rechnerisch ermittelte Menge des für Verkehrszwecke eingesetzten erneuerbaren Stroms um mehr als 20 Prozent zunahm.
Quelle/Fundstelle: Umweltbundesamt (UBA), Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat), Mitteilung vom 02.09.2026
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