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Beteiligungsmanagement

Private Equity erzielt operative Wertsteigerungen immer schneller

Operative Maßnahmen in Beteiligungsunternehmen zeigen deutlich früher Wirkung als noch im Vorjahr. Besonders Finanzsteuerung, Kostenmanagement und gezielte KI-Anwendungen beschleunigen die Wertsteigerung.

Person nutzt Laptop und Smartphone mit eingeblendeten Symbolen für Investitionen, Unternehmensentwicklung und Private Equity als Symbol für Beteiligungsmanagement und Wertsteigerung.

Operative Maßnahmen gewinnen im Beteiligungsmanagement an Bedeutung. (Bild: Adobe Stock / Satori Studio)

Veröffentlicht am 22.07.2026

ESV / ESV-Akademie

Management & Wirtschaft, Gesellschaftsrecht, Bank- & Kapitalmarktrecht

FTI-Studie untersucht Treiber der operativen Wertsteigerung

Private-Equity-Gesellschaften erzielen mit operativen Verbesserungsmaßnahmen zunehmend schneller messbare Erfolge. Nach dem Private Equity Value Creation Index 2026 von FTI Consulting berichten 63 Prozent der befragten PE-Entscheider, dass Maßnahmen wie Kostensenkungen oder Preisanpassungen innerhalb von zwölf Monaten Ergebnisse zeigen. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 41 Prozent.

Auch bei Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) ist eine deutliche Beschleunigung festzustellen. 66 Prozent der Befragten erkennen innerhalb eines Jahres messbare Resultate, nachdem dieser Anteil im Vorjahr noch 34 Prozent betragen hatte.

Für die Studie wurden 555 leitende Entscheider aus dem Private-Equity-Bereich in 14 Ländern befragt. Die Entwicklung zeigt sich laut FTI Consulting unabhängig von Region und Fondsgröße.

Finanzsteuerung und Kostenmanagement liefern schnelle Ergebnisse

Besonders schnell wirken Maßnahmen im Bereich der Finanzsteuerung. 82 Prozent der Befragten berichten, dass Optimierungen beim Umlaufvermögen und beim Liquiditätsmanagement innerhalb von zwölf Monaten Ergebnisse liefern.

Kostensenkungen und Verbesserungen der Personaleffizienz folgen mit jeweils 73 Prozent. Bei Preisanpassungen berichten 72 Prozent von kurzfristig messbaren Effekten.

Erfolgreiche Fonds setzen stärker auf Umsatzhebel

Die erfolgreichsten Fonds beschränken sich nach den Studienergebnissen nicht auf klassische Kostenprogramme. Sie nutzen deutlich häufiger Maßnahmen mit unmittelbarem Bezug zum Umsatz.

46 Prozent dieser Fonds setzen Preispolitik, Vertrieb, Marktausbau und Kundenbindung sehr intensiv ein. Bei den übrigen Fonds liegt dieser Anteil bei 26 Prozent.

Als erfolgreich definiert die Untersuchung Fonds, deren Beteiligungsunternehmen die wirtschaftlichen Zielsetzungen im vergangenen Jahr durchschnittlich übertroffen haben. Dieser Gruppe gehören 40 Prozent der befragten Fonds an.

Standardisierte Prozesse schaffen Vorteile

Ein wesentlicher Unterschied zwischen besonders erfolgreichen Fonds und dem übrigen Markt liegt nach den Ergebnissen der Studie in der Standardisierung operativer Prozesse.

23 Prozent der erfolgreichen Fonds arbeiten mit stark standardisierten Vorgehensweisen. Unter den übrigen Teilnehmern beträgt dieser Anteil lediglich zehn Prozent.

Einheitliche Abläufe, klar definierte Kennzahlen und teilweise automatisierte Prozesse erleichtern es, operative Maßnahmen frühzeitig umzusetzen und über verschiedene Beteiligungen hinweg zu übertragen.

KI schafft Vorteile durch gezielten Einsatz

Der bloße Einsatz von KI erklärt den Erfolg führender Fonds nach den Erkenntnissen von FTI Consulting nicht. Beide Gruppen nutzen entsprechende Technologien in vergleichbarem Umfang.

Unterschiede zeigen sich jedoch bei den erzielten Ergebnissen. 19 Prozent der erfolgreichen Fonds übertreffen die gesetzten Ziele ihrer KI-Anwendungen. Bei den übrigen Fonds gelingt dies lediglich fünf Prozent.

FTI Consulting führt diesen Vorsprung auf eine klare strategische Ausrichtung, spezielle KI-Kompetenzen und geeignete Steuerungsstrukturen zurück. Erfolgreiche Fonds konzentrieren den Einsatz der Technologie auf ausgewählte Anwendungsbereiche mit hohem wirtschaftlichem Nutzen.

KI unterstützt zentrale Unternehmensfunktionen

Zu den häufig genannten Einsatzfeldern zählen Liquiditätssteuerung, Einkauf, Preispolitik, Kostenanalyse und Personalplanung.

In der Finanzfunktion kann KI beispielsweise frühzeitig erkennen, in welchen Bereichen Kapital im Umlaufvermögen gebunden ist. Im Einkauf lassen sich Einsparpotenziale im Lieferantennetzwerk oder bei kleinteiligen Beschaffungsvorgängen identifizieren.

Besonders deutlich nahm der Einsatz von KI in der Preispolitik zu. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Anteil um 18 Prozentpunkte. Gleichzeitig zählt die Studie die Preispolitik weiterhin zu den anspruchsvollsten operativen Hebeln.


Quelle: FTI Consulting, Private Equity Value Creation Index 2026

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